Sophia Bolzano
Mutmacherin

Sophia Bolzano – Mutmacherin

Sorry seems to be the hardest word

Sorry seems to be the hardest word

Haben Sie davon schon gehört? Am 26.05 war der National Sorry Tag in Australien. Dieser Tag hat einen traurigen Anlass – er erinnert an die Misshandlungen von Aborigines und Bewohnern der Torres-Strait-Inseln, die gewaltsam aus ihren Familien und Gemeinschaften entfernt wurden. Heute werden sie in Australien „Die gestohlenen Generationen“ genannt.

Warum ist „sorry“ oder sich entschuldigen so schwer und doch so wichtig?

Ich denke, es geht darum, Verantwortung für seine Handlungen, seine Worte zu übernehmen. Doch anscheinend fällt uns Menschen genau das sehr schwer. Erst vor ein paar Tagen hat Deutschland die Verantwortung für die Gräueltaten im heutigen Namibia im Zuge der deutschen Kolonisation vor über 100 Jahren! übernommen. Wieso können Entschuldigungen so lange dauern? Was hält Länder oder auch uns selbst davon ab, das gleich – also „in time“ zu machen, wenn diejenigen noch leben, die es unmittelbar betroffen hat?

Vor einer Weile gab es im Profil einen Artikel dazu – mit dem Titel „Warum fällt uns entschuldigen so schwer“. Die Psychologin Karina Schumann hat sich eingehend damit beschäftigt und hat drei Gründe dafür entdeckt, was Menschen daran hindert, Fehler einzugestehen:

  • Erstens bleibt eine Entschuldigung aus, wenn einem nicht viel an seinem Gegenüber liegt und man keine Notwendigkeit sieht, die Beziehung zu kitten.
  • Zweitens hindern Scham und Schuldgefühle Menschen mit geringem Selbstwertgefühl oder narzisstischer Veranlagung, sich zu entschuldigen.
  • Und zum Dritten werde die Chance auf Vergebung viel zu oft unterschätzt.

Das Fazit der Psychologin: Eine echte Entschuldigung (anstatt einer Rechtfertigung oder dem Zuschieben einer Teilschuld) führt in den allermeisten Fällen zu Vergebung und ist auch für den „Aggressor“ eine Erleichterung.

Das Lied von Elton John, Sorry seems to be the hardest word, erzählt auch von diesen Schwierigkeiten. Eine Frage daraus möchte ich aufgreifen:

Why can’t we talk it over? Warum können wir nicht darüber reden?

Dazu möchte ich eine kurze Geschichte aus meinem Leben erzählen. Vor einigen Jahren hat eine sehr gute Freundin für mich aus dem Nichts heraus unsere Freundschaft für beendet erklärt. Ich war vor den Kopf gestoßen, suchte das Gespräch. Ein Telefonat war möglich, jedoch kein persönliches Gespräch face to face, in dem vieles geklärt worden wäre. Wie ist es dazu gekommen? Anscheinend hatte sich bei meiner Freundin über 30 Jahre lang vieles aufgestaut, das sie aber nie zur Sprache gebracht hatte oder nicht bringen konnte. Und so reichte ein kleiner Anlass und der Staudamm an uralten Kränkungen, teilweise aus unserer Jugend, ergoss sich über mich. Teilweise konnte ich mich gar nicht mehr erinnern, was genau sie meinte. Ich habe in unserem Telefonat versucht, nachzuvollziehen, was sie meint und wieso sie jetzt so agiert. Ich habe mich auch für einiges entschuldigt. Doch war ich chancenlos. Sie hat für sich entschieden, dass die Freundschaft keine mehr ist. Das ist inzwischen über 8 Jahre her.

Ich habe sehr viel darüber nachgedacht, wieso es zu diesem Bruch gekommen ist und warum meine Entschuldigungen keine Wirkung hatten. Ich glaube, der Hauptfehler war, dass sie viel zu selten gesagt hat, wenn ihr was nicht gepasst hat und ich war zu unaufmerksam, vielleicht zu wenig empathisch und habe vieles gar nicht mitbekommen.

Mein Resümèe: Hätte sie öfters was gesagt, hätte ich mich gleich entschuldigen und auch mein Verhalten verändern können. Ich hätte vielleicht mehr nachfragen sollen, ob das oder jenes für sie in Ordnung ist oder eben nicht. Es braucht also die eine Person, die sagt, dass ihr etwas nicht passt oder sie verletzt hat und die andere, die sich gleich dafür entschuldigt, ohne auszuweichen oder in Ausreden zu flüchten.

Deshalb ist aus meiner Sicht Entschuldigen enorm wichtig, um Beziehungen stabil und sicher zu halten und auch dafür, dass sich diese weiterentwickeln können.

Wenn Sie vielleicht genau dabei Unterstützung brauchen, wie Sie klar und direkt kommunizieren können, auch in schwierigeren Situationen, dann stehe ich Ihnen gerne zur Seite. Meine Angebot finden Sie hier: https://www.sophiabolzano.com/angebot/

Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Zeit, seien Sie mutig und entwicklungsfreudig.

Alles Liebe

Sophia Bolzano

PS: Mit meiner Freundin hat es eine Art Versöhnung gegeben, doch die Freundschaft ist nicht mehr das, was sie einmal war.

Cornelia, 56

Cornelia, 56

Danke für Ihr ausführliches Feedback. In dieser Art (schriftlich) habe ich das noch nie erlebt. Das finde ich sehr gut. Ich habe mich beim Coaching sehr wohl gefühlt habe.

Cornelia, 56

Sascha, 49

Sophia Bolzano ist ein Sparing Partner auf Augenhöhe, der mir mit direktem Feedback und klaren Aussagen hilft, selbst eine Entscheidung zu treffen. Zu empfehlen ist dieses intensive Coaching jedem, der im beruflichen und privaten Bereich eine Veränderung möchte, aber nicht weiß er/sie diese erreichen kann.

Anna, 27

Anna, 27

Durch die Zusammenarbeit mit Sophia Bolzano habe ich einiges erreicht: Verbesserte Ko­mmu­ni­ka­tions­fähig­keiten, selbstsichereres Auftreten im Team und keine Angst davor, meine Meinung (diplomatisch) zu äußern. Sie hat ein offenes Ohr für sämtliche Anliegen (auch privater Natur). Die Sitzungen haben beinahe eine therapeutische Wirkung. Ich empfehle dieses Coaching, Menschen, die sich unsicher sind, ob sie auf dem richtigen Wege sind bzw. an sich oder gewissen Entscheidungen im Leben zweifeln; Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sind an erster Stelle.

Gemeinsam aus der Krise tanzen

Gemeinsam aus der Krise tanzen

Am 29. April ist der Welttag des Tanzes! Derzeit ist es zwar schwierig mal so richtig abzuzappeln oder ins Tanzstudio zu gehen, doch tanzen geht natürlich auch zuhause oder im Freien. Schwungvolle Musik und eine ebene Fläche – und schon kann es los gehen.

Was hat Tanzen mit Beziehungen, Kommunikation und Konflikten zu tun? 

Seit geraumer Zeit wird in Paartherapien auch Tanz eingesetzt. Für mich stellt sich da natürlich die Frage nach dem Warum bzw. was dabei erkennbar oder hilfreich sein kann.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es mir schwer fällt, beim Tanzen mit einem Partner die Kontrolle abzugeben, mich ganz hinzugeben. Daran habe ich gemerkt, dass es wohl an Vertrauen hapert. Vertrauen in mich und in den Mann an meiner Seite. Gerade wenn die Beziehung in einer Krise steckt, spiegelt sich das möglicherweise auch in verkrampfter und unter Spannung stehender Körperhaltung wieder.

Ich kann mir gut vorstellen, dass durch die Tanzbegleitung schnell sichtbar wird, wo es in der Ehe, der Partnerschaft schwierig ist. Wo das Paar gerade steht. 

Wenn ich ein Paar in Bewegung sehe, kommen diese Frage in meinen Kopf:

  • Wie schaut es aus mit Nähe, Sexualität, Geborgenheit, Vertrauen, wortloser Kommunikation?
  • Können sie das Hier und Jetzt, den Moment genießen?
  • Wie groß ist ihre Hingabefähigkeit oder sind sie mit ihren Gedanken irgendwo anders?
  • Wie fühlen sie sich im Moment des Tanzes? 
  • Können sie ihre Gefühle und Bedürfnisse dabei wahrnehmen? 
  • Brauchen sie den Partner, die Ehefrau näher, weiter weg, weicher, härter im Arm?

Warum Bewegung bei Konfliktlösungen hilft

Seit langem baue ich Bewegung, kleine körperliche Abenteuer in meine Arbeit mit Menschen ein und habe oft ähnliches erlebt, wie es anscheinend auch beim Tanzen zu entdecken gibt. Durch die Bewegung, das Tun wird viel schneller klar, wo es in einer Beziehung hakt. Gerade auch wenn vielleicht auf einer Seite Perfektionismus mit dabei ist. Die gestellte Aufgabe muss „richtig“ gelöst werden! Das lässt Spannungen, Stress und Leistungsdruck entstehen. Auf einmal entstehen aus dem Nichts heftige Streitereien. 

Und das ist gut so. Jetzt kann ich viel besser unterstützen und Mechanismen, Muster erkennbar machen. Und dann können die beiden Streiter etwas ändern. Sich zum Beispiel Zeit verschaffen, gar keinen Druck aufbauen lassen. Und sie können möglicherweise erkennen, dass hinter diesen Reibereien oft unbefriedigte Bedürfnisse und Wünsche stecken.

Wichtig ist immer, die Vorzeichen eines „Sturms“ zu erkennen, um gut vorbereitet zu sein oder ihn sogar in ein mildes Lüftchen zu verwandeln.

Wenn sich Menschen auf Nähe und Unbekanntes einlassen können, und dabei auch immer ihren Humor bewahren, kann Kreativität, Inspierendes und Entwicklung entstehen. Bewegung, Tanz, gemeinsame Erlebnisse können sehr unterstützend wirken. 

Und das Tolle dabei ist, wir können jederzeit damit beginnen. Inzwischen gibt es so viele Möglichkeiten zu tanzen, sich zu bewegen, gemeinsam etwas zu unternehmen – zwar oft online, aber was soll’s. Wichtig ist doch, dass wir auch diese mühsame Coronazeit nützen und unsere Beziehungen aktiv gestalten. 

Vielleicht kommt jetzt das Argument, das alles wäre so anstrengend, ich habe keine Kraft mehr dafür. Dem möchte ich entgegenhalten, dass Bewegung, Abenteuer im Kopf und im Körper sehr viel Energie zurückgeben, unsere Speicher wieder füllen. 

Ich werde jedenfalls jetzt gleich hinausgehen, meine Kopfhörer mit cooler Musik füllen und durch die Wiesen, den Wald tanzen. Die Tiere werden wohl denken: „Die spinnen diese Menschen“. Aber was soll’s. Mir wird es ein wohliges Gefühl der Verbundenheit mit mir schenken. Und wenn es mir gut geht, dann habe ich auch viel mehr Möglichkeiten meine Freundschaften, Beziehungen im Job oder wo auch immer zu bereichern und vielleicht sogar zu inspirieren.

Ich wünsche dir viele gute Gespräche, Bewegung und Tänze durchs Leben

Sophia

Foto: adobe stock copyright @Silverkblack