Interview mit Mag. Sybille-Maria Lindeis, Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Familienrecht

Interview mit Mag. Sybille-Maria Lindeis, Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Familienrecht

Getroffen haben wir uns in ihren neuen Kanzleiräumlichkeiten in 1090, Wien, Liechtensteinstraße. Sybille-Maria ist seit 2008 Anwältin. Spannenderweise wollte sie nie Familienrecht machen. Doch es liegt ihr. Deshalb macht sie seit 3 bis 4 Jahren nahezu ausschließlich Familienrecht. Der Bedarf ist da – mehr denn je. Die Mandantenbetreuung ist allerdings in diesem Bereich intensiver als anderswo. Oft kommen Krisen dazwischen, dann muss sie „akut“ für ihre Klienten da sein, manchmal auch am Wochenende. Vor allem wenn die Emotionen hochkochen. Kleinigkeiten lösen oft große Verzweiflung aus. Das Hauptproblem ist sicherlich, dass viele Ehepaare bis zur Scheidung noch zusammenwohnen. Finanziell ist das oftmals nicht anders möglich. Und gerade in dieser hochsensiblen Phase kommt es zu den meisten Konfrontationen, Verletzungen und Kränkungen. Die Nerven liegen blank. Gesprochen haben wir über ihre Zugangsweisen und Lösungen zu Konflikten und Trennungen.

Was sind die häufigsten Gründe für eine Trennung?

Der wirklich häufigste Grund ist ein Auseinanderleben der Partner. Natürlich gibt es auch die klassischen Trennungsgründe wie z.B. Fremdgehen –wenn man jedoch genauer nachfragt, kommt als Antwort sehr oft, dass sie nur mehr wenig miteinander anfangen können und nichts Verbindendes mehr sehen. Sie haben Kinder bekommen, Haus gebaut, finanzieller Druck ist da, das wechselseitige Verständnis oder die Unterstützung fehlt. Sie können nicht mehr miteinander reden. Und dann kommt es vielleicht auch zum Fremdgehen. Doch das ist ja nur ein Symptom.

Geben die Paare zu früh auf?

Häufig. Wenn ich merke, dass ein Klient, eine Klientin noch nicht ganz davon überzeugt ist, dass die Trennung die einzige Lösung ist, dann empfehle ich eine entsprechende andere Beratung, wie z.B. Paarberatung, um sich ihre Beziehung noch einmal genau anzuschauen. Solange sich die Klienten da nicht sicher sind, bringt ein Einstieg in ein Scheidungsverfahren nichts. Ich kläre die Menschen über alles auf, was mit einer Scheidung zusammenhängt.

Bespreche, was wäre, wenn der eine oder andere Umstand eintritt oder mit welchen Konsequenzen persönlich aber auch finanziell zu rechnen ist Wenn ich Unsicherheit merke, dann spreche ich das auch an: „Ich habe den Eindruck, Sie haben noch nicht ganz abgeschlossen – vielleicht wäre eine Beratung hilfreich.“

Gerade wenn Kinder da sind, sollten sie auf keinen Fall zu früh aufgeben, weil es hier leicht später zu Vorwürfen gegenüber dem Anderen oder auch sich selbst kommen kann, in der Art: „Hätten wir doch noch gekämpft, es wäre für uns alle leichter gewesen.“ In letzter Zeit kommen aber vermehrt Eheleute, die schon alles versucht haben, und sich eingestehen mussten, dass es trotz Paarberatung, Mediation, o.ä. nicht weiter funktioniert. Diese Klienten sind in der Regel mehr an einer einvernehmlichen Lösung interessiert als andere.

Paarberatung und auch Mediation war vor 10, 15 Jahren eher unbekannt, jetzt ist dieser Weg gesellschaftsfähiger. Wenn die Emotionalität noch sehr hoch ist, rate ich stark dazu, diese Möglichkeit im Vorfeld einer Trennung zu nutzen.

Woran scheitert es am häufigsten?

An einer guten und respektvollen Kommunikation. Wenn der Konflikt einmal eskaliert ist, hören wir dem anderen ja gar nicht mehr zu. Aus der viel zitierten Mücke wird ein Elefant – Diskussionen, die alles noch verschlechtern. Leider streiten Paare auch sehr oft vor ihren Kindern oder wegen Angelegenheiten im Zusammenhang mit den Kindern. Kontaktzeiten, Erledigungen, Finanzielles, können für manche in einer riesigen Herausforderung enden und zum Zankapfel werden. Unverständnis und Gehässigkeiten tun das ihre dazu, dass das Verhältnis zwischen den Ex-Partnern noch schlechter wird. Darunter leiden dann vor allem die Kinder.

Welchen Tipp könntest du ihnen geben, damit – falls sie sich trennen – die Trennung ohne gröbere Verletzungen, Kränkungen ablaufen kann?

Wenn Kinder betroffen sind, schicke ich die Eltern zuerst einmal zu einschlägigen Organisationen, wie z.B. Rainbows, die ausschließlich das Kindeswohl im Fokus haben. Dort lernen Eltern, was diese extreme Situation für die Kinder bedeutet. Das bewirkt oftmals bei den größten Streithähnen ein Umdenken. Denn egal wie sie sich als Paar miteinander benehmen, sie werden immer Eltern bleiben. Die Elternebene sollte zumindest neutral bzw. befriedet sein. Wenn ich keine Kinder habe, geht es vor allem um Finanzielles, das Vermögen, um sonst nichts.

Wie vorher schon gesagt, es liegt ja oft an der Kommunikation. Wenn ich erkenne, dass das Paar dauernd aneinander vorbeispricht, rate ich zu einer Mediation und Konfliktklärung. Oder auch zu einer Paarberatung.

Was war deine schrägste Paar-/Trennungssituation?

Ein ewiger Streit zwischen Eheleuten mit wechselseitigen Klagen, dann gab es endlich eine einvernehmliche Lösung mit Beschluss. Doch bevor der Beschluss rechtskräftig wurde, haben die beiden sich versöhnt und wieder zueinander gefunden und haben beschlossen, doch zusammen zu bleiben. Der Beschluss war dann hinfällig. Soweit ich weiß, sind sie immer noch zusammen. Das war zwar sehr anstrengend für alle Beteiligten, aber am Ende war es so sehr gut.

Sybille-Maria hat viele Erfahrung mit Paaren, Eheleuten und belastenden Familiensituationen – wir hätten noch ewig weiterreden können. Vielleicht wird daraus zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres Interview. Wir werden sehen.

Mich hat es in meinem Zugang bestärkt, den Fokus auf das Verbindende, das Funktionierende auch bei Trennungen zu legen. Die gemeinsame Geschichte bleibt ja bestehen und es macht einen großen Unterschied für die persönliche Zukunft, ob ich im Zorn und gekränkt oder friedlich und wohlwollend zurückblicken kann.

Lösungen für Konflikt­situationen in Beziehungen

Lösungen für Konflikt­situationen in Beziehungen

Wer kennt das nicht: der Partner, der immer nur nach Prinzipien handelt, die Freundin, die stets alles besser weiß und sich schwer tut, gut zuzuhören. Dazu kommt, dass uns der Alltag oft ziemlich im Griff hat, dass unsere Aufmerksamkeit nur für ein paar Dinge ausreicht. Oft übersehen und überhören wir die wichtigen Sachen und kleine Misstöne schleichen sich ein.

Um mit schwierigen Situationen in Beziehungen umgehen zu können, braucht es vor allem eines: Konfliktfähigkeit. Aus meiner Erfahrung tun wir Menschen aber gerade damit oft sehr schwer. Hier ein paar Tipps, wies es leichter gehen kann.

So schaffst du es, gut mit Konflikten umzugehen

  1. Du solltest dir darüber klarwerden, was das Problem ist bzw. was verändert werden sollte. Formuliere deine eigenen Wünsche realistisch und konkret.
  2. Grundsätzlich ist es wichtig, möglichst früh das Gespräch zu suchen und dieses so gut es geht höflich, wertschätzend und respektvoll dem anderen gegenüber zu führen. Lege den Fokus auf den Wunsch nach Veränderung.
  3. Der richtige Zeitpunkt braucht manchmal Zeit. Versuche einen Termin zu vereinbaren, wo du und deine Partnerin, dein Mann Ruhe und eben Zeit haben.
  4. Höre dir die Vorschläge, Lösungsvarianten deines Gegenübers an und schreib sie auf. Vielleicht es ja etwas Passendes dabei, um die Situation zu klären.
  5. Wertschätzung und Respekt sind sicherlich die Schlüssel, um Lösungen für Konflikte zu finden. Und Empathie für die „Erlebniswelten“ des anderen hilft sicherlich auch.
  6. Wenn jeder auf seinem Recht beharrt, wird keine Veränderung möglich sein. Die Fronten werden zu unüberwindbaren Hindernissen. Versuche flexibel zu sein.
  7. Einen gemeinsamen Weg finden. Suche Vorgehensweisen, mit denen ihre beide leben könnt.
  8. Versuche die Vergangenheit ruhen und Vorwürfe außen vor zu lassen. Wenn du es schaffst, dies wegzulassen, wird euer Umgang viel leichter.
  9. Gibt es Ergebnisse, dann halte diese schriftlich fest. Diese Vereinbarungen gelten dann als verbindlich für euch beide. Schriftlich? Ja warum nicht. So manches Gesagte, Ausgemachte geht sonst wieder verloren. Schreibt es auf und holt es euch immer wieder in Erinnerung.
  10. Wenn eine Aussprache stattgefunden hat, lasse alte Konflikte ruhen, dann kann sich die Situation beruhigen.

Solltest du auf diesen schwierigen Konfliktpfaden Unterstützung brauchen, melde dich sehr gerne bei mir. Oft ist es hilfreich einen neutralen Blick von außen dazu zu holen, um noch mehr Klarheit zu bekommen.

Mein Angebot findest du hier.

Alles Liebe

Quelle: Salzburger Nachrichten, 05.05.18

Die vier apokalyptischen Reiter in Beziehungen

Die vier apokalyptischen Reiter in Beziehungen

Schweigen, Verachtung, Verteidigung und Kritik in Beziehungen sind hochdosierte Gifte

Seit vielen Jahren beschäftigen mich Beziehungen – vor allem zwischen Mann und Frau. Was mir immer wieder aufgefallen ist, dass Frauen gerne über Dinge, die sie beschäftigen, reden möchten. Bei Männern habe ich unterschiedliche Eindrücke gewonnen. Manche ziehen sich zurück und machen „es“ mit sich selbst aus, manche lassen sich auf Gespräche und Diskussionen ein. Doch viele Frauen beklagen, dass Männer sich gerne aus schwierigen Situationen „herausziehen“ und ausweichen.

Ist es tatsächlich so, dass Männer bei Konflikten eher schweigen? Oder reden Mann und Frau aneinander vorbei?

Bei meinen Recherchen und in Gesprächen mit Männern habe ich erfahren, dass sich Männer gerne zurückziehen, sie gehen auf den Berg oder fahren mit dem Rad, und machen die Dinge mit sich selbst aus. Sie reden weder davor und noch danach mit ihrer Partnerin. Vorweg – natürlich gibt es Ausnahmen – doch auf meine Frage, wie Männer ihre Probleme in der Beziehung angehen, kamen diese Antworten:

Was machst du, wenn du in der Beziehung, deiner Ehe Probleme hast? Redest du mit jemanden? Antwort: Ich gehe auf den Berg bis ich völlig verschwitzt bin, da finde ich schon eine Lösung. Ich rede maximal mit meinem besten Freund, aber eher nicht über private Sachen. Auf meine Frage, ob sie nach dem Bergabenteuer mit ihrer Partnerin reden, kam in fast allen Fällen, nein, das wird sich schon wieder beruhigen.

Das, was ich in all dieser Zeit stark beobachte, ist, dass die meisten Frauen verstehen möchten und ganz viel fragen und reden. Das ist dann dem Großteil der Männer zu viel, sie ziehen sich zurück und schweigen. Das macht dann die Frauen ganz „narrisch“, sie reden noch mehr und werden lauter. Das ist für Männer sehr anstrengend – sie werden aggressiv, untergriffig und verletzend und verlassen den Raum. Und dann eskaliert die Situation.
Mit Schweigen können die wenigsten Menschen umgehen. Sie können schon mit einem Nein, bitte jetzt gerade nicht, aber gerne später umgehen. Aber nicht mit Hinhalten und Mauern. Das ist auch irgendwie keine Entscheidung treffen können. Oder?

Als ich kürzlich einem Bekannten von meinen Beobachtungen erzählt habe, meinte er, dass das ein typisches Männerproblem sei. Nicht darüber reden und wenn doch, wird es dann eher unschön. Sich nicht zurückzuziehen und zu glauben mit Schweigen wird es besser oder das vorhandene Problem wird kleiner oder damit gelöst. Er sagte: „Das ist definitiv dann ein sich vor einer Entscheidung drücken.“

Doch ist es wirklich ein reines Männerproblem?

Die vier apokalpytischen Reiter für jede Beziehung

John Gottmann, amerikanischer Therapeut, hat eine These entwickelt, die besagt, wenn die so genannten vier „apokalyptischen“ Reiter auftauchen, werde es sehr schwierig eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Diese vier Reiter, die symbolisch Kommunikation und Beziehungen vergiften können, sind hier kurz erklärt.

Der erste Reiter: Vorwürfe / (destruktive) Kritik

Der erste, kriegerische Reiter steht als Symbol für (verallgemeinernde, auf die Person gerichtete, destruktive) Kritik: Vorwürfe, Schuldzuweisungen und Anklagen lassen Konflikte entstehen bzw. eskalieren – aggressive Kommunikation macht sich breit. Die Kritik ist meist verbunden mit Du-Botschaften.

Kann man ihn zähmen bzw. transformieren in einen friedvollen Krieger, so hat das positiven Einfluss auf den Rest. Er hat gelernt zu kämpfen, macht das aber defensiv, um Angriffe abwehren und sich abgrenzen zu können (Grenzen verteidigen). Im Kommunikations-Alltag hat er gelernt, statt Kritik annehmbares, aggressions-freies Feedback zu geben.

Der zweite Reiter: Verachtung

Dieser Reiter steht als Symbol für Verachtung, Abwertung und Geringschätzung des Partners – vergiftete, verpestete Kommunikation ist das Resultat. Verachtung wirkt am stärksten negativ und verletzt viele Grundprinzipien gelingender Kommunikation und gelingender Beziehungen. Verachtung lässt den anderen sein Gesicht verlieren. Mit seinem Verhalten tötet er die Beziehungen. Verachtung ist vermutlich das stärkste Gift für Beziehungen und entspricht einem sehr negativen Menschenbild.

Der Gegenpol ist das positive Menschenbild des Namaste im indischen Gruß: „Ich grüße das Göttliche in Dir“, auch wenn ich vielleicht viele Schwierigkeiten mit deinen Verhaltensweisen habe.

Der dritte Reiter: Abwehr / Verteidigung

Dieser Reiter steht als Symbol für (Verteidigung mit) Rechtfertigung, Abwehr, defensive Kommunikation („Ja, aber du hast das und das damals….“) und Verleugnung der eigenen Anteile – Not-leidende Kommunikation (Opfer-Haltung) steht im Vordergrund. Diese Handlungen sind häufig Reaktion auf Angriffe wie Kritik / Vorwürfe und Abwertungen und erhalten Konflikte aufrecht.

Besser wäre es, die zugrunde liegenden Interessen, Bedürfnisse und Emotionen zu erforschen
und dazu passende win-win-Lösungen zu entwickeln.

Der vierte Reiter: Mauern

Dieser Reiter steht als Symbol für Rückzug / Mauern, Flucht, Schotten dicht machen, die Kommunikation ist tot. Man will sich nicht in den Konflikt einlassen und entzieht sich der Auseinandersetzung entweder äußerlich (den Raum verlassen) oder innerlich (Schweigen, Desinteresse, langes Beleidigt-Sein – als Strafe). In der Konflikt-Psychologie wird das meist als „Flucht-Verhalten“ bezeichnet. Durch dieses Verhalten wird ein Austausch und auch eine Lösung verhindert. Wenn also jemand in einer Diskussion still wird, sich verschließt, sich der Auseinandersetzung entzieht, weil er vielleicht keine Argumente mehr weiß oder emotional überflutet wird, so baut er symbolisch / metaphorisch eine Mauer zwischen sich und dem Anderen. Das wirkt negativ. Wenn dein Gegenüber sich in einer Auseinandersetzung desinteressiert zeigt, so tut, als wäre er/sie sehr beschäftigt oder als wärst du gar nicht da, dann kann leicht Ärger oder Frustration entstehen. Das schafft soziale Mauern.

Welches dieser Phänomene kennt ihr selbst? Welcher Reiter ist eher im Repertoire von Frauen, welcher eher bei Männern?

Die ersten drei Reiter können durch Begleitung, Unterstützung und klärende Gespräche in positive Zugänge umgewandelt werden. Wenn sich jedoch der vierte Reiter des Mauerns und Schweigens etabliert hat, wird es sehr schwierig, die Beziehung noch zu retten.

Nachdem ich vor allem Lösungen im Fokus habe, stelle ich auch Fragen wie diese: „Was müsste geschehen, damit das Schweigen ein Ende hat?“ „Was ist der Vorteil daran, dass deine Frau, dein Mann sich zurückzieht?“ „Was ist das Gute am Beleidigt sein?“ „Was hält euch davon ab, euch zu trennen?“ Ja, warum nicht auch diese Frage stellen? Wenn ich merke, dass Paare in krankmachenden Beziehungen feststecken – sich nicht mehr gegenseitig fördern und unterstützen, wie das in gesundheitsfördernden Ehen und Partnerschaften der Fall ist, dann ist es doch sinnvoller den „Schrecken“ zu beenden.

Natürlich ist es aus meiner Sicht klug, sich in einem solchen Prozess begleiten zu lassen, damit keine weiteren Kränkungen und unnötige Verletzungen in dieser Phase entstehen können. Damit das Ende gut geklärt und für beide Seiten erkenntnisreich sein kann. Jeder nimmt sich ja in diese nächste Beziehung mit und ähnliche Verhaltensweisen können dann wiederauftauchen. Damit dies nicht geschieht, braucht es Klarheit, Verständnis für die eigenen Anteile und die des anderen am Scheitern der Beziehung.

„Auch eine Ent-täuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts“

– dieser Spruch von Max Planck, deutscher Physiker, trifft es auf den Punkt. In jedem Konflikt, in jedem Scheitern stecken unglaubliche Chancen der Weiterentwicklung. Oft ist das Erkennen dieser das Schwierige.

Wenn du gerade in solchen oder ähnliche Situationen „festpickst, unterstütze ich dich gerne. Wir klären, wo es hängt, schauen, wo es wie hingehen kann.

Alles Liebe
Sophia

Konflikte im Urlaub – Spurensuche

Konflikte im Urlaub – Spurensuche

Urlaub – oh du schöne Zeit?!

Leider ist das oft nicht der Fall, dass der Urlaub die schönste Zeit im Jahr ist. Über zwei Drittel aller Paare geraten im Urlaub in heftigen Streit miteinander. Jede dritte Scheidung wird nach einem Urlaub eingereicht! Diese Zahlen haben mich schon sehr überrascht.

Anscheinend ist es auch üblich, die ersten 2 bis 3 Tage zu streiten und dann beruhigt es sich wieder. Ist doch schade, um diese Anfangstage, oder?

Wieso kommt es also gerade in dieser eigentlich wunderbaren Zeit zu heftigen Streits und Reibereien? Nachdem mich Konflikte und Stolpersteine in Beziehungen sehr beschäftigen, habe ich auf Facebook eine Umfrage gestartet. 143 Damen haben sich die Zeit genommen und meine Frage beantwortet.

Die Frage war: Was ist eurer Meinung nach der größte Konfliktfaktor im Urlaub?

Hier ein paar – aus meiner Sicht – sehr interessante Kommentare aus den Damenreihen, die ich gerne unterschreibe:

„Ich finde Konflikte an sich ja gar nicht so schlecht, weil sie immer auch eine Chance sind, Klarheit zu schaffen und eine Veränderung zum Besseren herbeizuführen. Aus­ein­ander­setzungen und sich miteinander auseinanderzusetzen sind wichtig in einer Beziehung. Im Alltag ist dafür oft schlicht keine Zeit, man muss funktionieren – deswegen kommt es im Urlaub dazu.“

Eine meiner Beratungs-Kolleginnen hat auch eine Umfrage zu diesem Thema gemacht und interessante Unterschiede zwischen Mann und Frau entdeckt:

„Urlaub ist wie ein Vergrößerungsglas auf den Alltag, da sieht man, was als Paar abläuft, wenn der Alltag wegfällt. Interessant ist, bei einer meiner Umfragen haben deutlich mehr Frauen angegeben, dass Urlaub mehr stresst, als Alltag. Für Männer war das nicht so.“

Ein interessantes Feedback kam auch noch von einer anderen Dame:

„Ich glaube, dass die Paare, die im Urlaub so aneinander krachen (bis zur Scheidung), bestehende Konflikte haben, denen sie sich im Urlaub durch die Zeit miteinander stellen müssen.“

Diese Rückmeldung hat mich ebenfalls sehr zum Nachdenken angeregt:

„In der täglichen Routine spricht das durchschnittliche Paar angeblich ungefähr 1 Stunde und 40 Minuten – davon 10 Minuten richtig miteinander – die restlichen 90 Minuten sprechen Paare „technical“ talk“ – Einkauf, Erledigungen, Haushalt usw. Also abgesehen von „guten Morgen“ und „kommt morgen die Müllabfuhr oder nächste Woche?“. Da kann ich mir gut vorstellen, dass ganz viel ungesagt und oft runtergeschluckt wird. Oder sich zwischen all den Pflichten, To Dos und Routinen das Gespräch für die spannenden Themen nicht findet.“

Interessant auch ihr Nachsatz:

„Zu viel Nähe“ impliziert, dass Nähe etwas Schlechtes ist. Ich glaube eher, es ist die ungewohnte Nähe. Wobei man auch im Urlaub mal Zeit für sich selbst braucht.“

Wie kann es gelingen, dass der Urlaub wunderbar wird?

Vielleicht stellt ihr euch eine etwas groteske Frage: Was müsst Ihr tun, damit euer Urlaub garantiert scheitert? Oder anders herumgefragt: Was könnt ihr im Vorfeld schon klären, besprechen, damit euer wohlverdiente Ferienzeit für euch und die Kinder von Anfang an großartig wird?

Kleiner Tipp:

Von Vorteil ist es sicherlich, die unterschiedlichen Bedürfnisse aller – Frau, Mann, Kinder, Hund… – vorher zu klären. Vielleicht klärt ihre diese Fragen beim Familientisch: Was brauchen wir, damit dieser Urlaub für alle gut wird? Was sollen wir erleben und tun? Was darf auf keinen Fall passieren? Was machen wir an unserem letzten Abend? Und und und.

Ich wünsche euch gute Gespräche und Vorbereitungen und einen fantastischen Urlaub – wo auch immer ihr ihn verbringt.

Alles Liebe
Sophia

Wie gelingt ein richtig guter Konflikt?

Wie gelingt ein richtig guter Konflikt?

Seit vielen Jahren begleite ich Menschen, Paare in den verschiedensten Situationen. Besonders in Konfliktreichen. Dabei konnte ich beobachten und lernen, dass es anscheinend ziemlich schwierig ist, sich diesen Konflikten zu entziehen bzw. sogar diese zu lösen. Wir stecken in unseren Positionen fest. Der, die Andere haben an unserem Zustand Schuld.

In diese Konflikte einzutauchen, sie zu verstehen und sie für die Menschen übersichtlicher zu machen heißt in der klassischen Mediation Konfliktregelung.

Wie kann ich aber Konflikte regeln, wenn ich keine Ahnung über die Ingredienzien eines Konflikts habe. Das ist wie bei einem Gericht z.B. einem Kaiserschmarrn. Ich weiß zwar, wie der ausschauen muss. Doch ich habe keine Ahnung, wenn ich noch nie so etwas zubereitet habe, was in welcher Dosis drinnen sein muss. Damit der Schmarrn auch ein Schmaus wird.

Die Zutaten für einen guten Konflikt

Was sind also die Zutaten für einen Konflikt, damit es so richtig kracht?

  • Auf keinen Fall zuhören und nur mit den eigenen Dingen beschäftigt sein
  • Sofort in die Konfrontation gehen und mit „Aber Du…“ anfangen
  • Uralte Geschichten aufwärmen und wiederkauen
  • Alle Informationen, die für mein Gegenüber wichtig wären zu wissen, zurückhalten
  • Sticheleien und sarkastische Bemerkungen, wenn möglich täglich
  • Unbedingt den Konflikt möglichst spät erkennen
  • Möglichst keine Verantwortung übernehmen und die Schuld nur beim Anderen suchen
  • Sich denken „ist eh alles in Ordnung, wohnt eh noch da“ und nichts ändern

Wahrscheinlich gibt es noch einiges mehr, damit Konflikte entstehen und bestehen bleiben können. Ich verstehe ja eine Auseinandersetzung grundsätzlich auch als Angebot zur Kommunikation, vielleicht zu einer größeren Nähe. Durch Reibung entsteht Wärme. Eine dem anderen zugewandte Streitkultur – mit der Betonung auf Kultur – kann in einer Beziehung wahre Wunder wirken. Ich glaube sogar in jeder Beziehung – privat wie im Job.

Ich habe streiten über die Jahre erst lernen müssen, war doch laut werden in unserer Familie unerwünscht. Oft habe ich mich in der Intensität vergriffen. Zu laut, zu heftig, zu emotional. Dadurch waren meine Gegenüber sofort in einer Abwehrhaltung. Inzwischen weiß ich, dass ich vor allem durch Offenheit und durch möglichst frühes, klares Aussprechen meines inneren Zustands, meiner Gefühle und Bedürfnisse, Konflikte klein halten und schnell aus der Welt schaffen kann. Und sieh da – es entsteht sofort mehr Nähe mit meinem „Konfliktfreund“. Das war für mich das Überraschende dabei.

Menschen in ihren Konflikten, in ihren scheinbar unlösbaren Situationen zu begleiten, sie zu ihren Lösungen zu führen, sie liebevoll anzustupsen in dem ich zuhöre, offen für alles bin und klare Worte finde. Ja, das mag ich sehr – klingt vielleicht komisch. Doch wenn das Lächeln wieder in die Gesichter zurückkehrt, ist das mein Salz in meiner „Begleitungssuppe“.

Du möchtest mehr darüber erfahren, wie ein Konflikt sich in positive Energie verwandeln lässt und Streits nicht mehr schrecklich sind, sondern sogar lustvoll und lustig werden können? Dann melde dich gerne – jederzeit per Email mail@sophiabolzano.com oder über das Kontaktformular auf meiner Website www.sophiabolzano.com.

Ich freue mich auf dich – eine gute Zeit und alles Liebe

Sophia

Typische Beziehungsprobleme

Typische Beziehungsprobleme

Was sind eigentlich Beziehungsprobleme? Klassisch und verallgemeinernd wird gerne von Beziehungsproblemen gesprochen – „die haben aber ziemliche Beziehungsprobleme“. Doch was fällt tatsächlich darunter und wo ist noch eine Chance zu sehen?

Hier kommt sehr oft die so genannte „Tote Hose im Bett“ ins Spiel. Natürlich spielt körperliche Nähe eine große Rolle in einer Beziehung – wer hat nicht gerne großartigen Sex? Doch wenn es dort hakt, dann hakt es davor noch wo ganz anders. Genauso wenn ständiger Streit, das Abschießen giftiger Pfeile und Reibereien normal geworden sind, steckt wohl etwas ganz anderes dahinter. Doch was?

Was auch ganz interessant ist, dass viele Menschen anscheinend gar nicht mitbekommen, dass ihre Beziehung am Ende ist oder kurz davor. Wie ist es also möglich, die Zeichen und Signale zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren und was sind das für Signale?

Hier ein paar dieser Zeichen für Beziehungsprobleme im Überblick:

– Die Kommunikation wird immer weniger – es wird nur noch Alltags-Talk gemacht – Paare haben sich fast nichts mehr zu sagen
– Rückzug aus der Beziehung – lange Urlaube, Wochenenden, extreme Hobbys ohne den anderen
– Eine Kombination aus wenig Kommunikation und längerer Abwesenheiten
– Die Fürsorge für den anderen geht verloren
– Das Interesse am Partner ist futsch
– Geborgenheit und Vertrauen sind schon lange auf der Strecke geblieben
– Zu müde für Sex – Ausreden nicht zu „sexeln“ sind normal geworden

Wenn es so weit gekommen ist, kann davon ausgegangen werden, dass einer der Partner – vielleicht sogar beide – schon innerlich „gekündigt“ haben.

Experten schlagen bei Beziehungskrisen gerne Rituale und Gemeinsamkeiten vor. Ich bin mir da nicht so sicher. Zu viele Rituale können auch jede Spontanität ersticken und Gemeinsamkeiten würde ich lieber durch Gemeinsamzeiten ersetzen. Ich muss nicht alles gleich oder gemeinsam mit meinem Partner, meiner Freundin machen und jeden Mittwoch um 17.59h Händchen halten. Jede/r kann seine/ihre Individualität gut ausleben – wenn an die Zeiten, in denen gemeinsam, zusammen gelacht, getanzt, gelebt, gefeiert oder vielleicht gekocht wird – gedacht wird und sie auch wirklich stattfinden.

Worauf baut eine gut gelingende, dauerhaft fröhliche Beziehung auf?
Für mich sind die Säulen einer Beziehung Spaß und Humor, blindes Vertrauen, gelingende Kommunikation, Wertschätzung, Respekt und Toleranz, Selbstreflexionsfähigkeit, lustvolle Gemeinsamzeit (kleine Alltagsabenteuer, Sex uvm.), Neugier auf und Interesse am anderen essentiell.
Wenn diese Säulen stabil sind, funktioniert und flutscht Beziehung. Dann können auch Schwierigkeiten, Herausforderungen und Konflikte gut gemeistert werden.

Was meinst du dazu? Ich freue mich auf deine Eindrücke, Erlebnisse und Meinungen. Schreib mir doch: mail@sophiabolzano.com

Alles Liebe und fröhliche Grüße
Sophia