Sophia Bolzano
Mutmacherin

Sophia Bolzano – Mutmacherin

Wie entstehen Kriege?

von | Konflikte

Der Krieg in der Ukraine macht uns tatsächlich sprachlos, lässt uns erschüttert in den sicheren vier Wänden die schrecklichen und unglaublich traurigen Bilder verfolgen.

Wie konnte es nur dazu kommen, wieso gibt es immer noch Kriege auf unserer Welt? Ich habe nicht die Kompetenz, die Gründe für Putins Handeln zu analysieren oder zu verstehen. Was ich schon kann, ist grundsätzlich die Hintergründe für kriegerisches Agieren zu durchleuchten.

Krieg kann entstehen, wenn Regierungen und Politiker verschiedener Länder nicht mehr miteinander reden, um ihre Konflikte auf friedliche Weise zu lösen. Dann versuchen diese Staaten, den Streit gewaltsam mit Waffen und Militär zu lösen.

Bei meiner Recherche dazu, habe ich auch diese spannende Aussage des Zukunftsinstituts gefunden: „Das, was Menschen immer wieder in den Krieg treibt, sind vor allem psychologische Gründe. „War is a force that gives us meaning“, lautet ein Buchtitel des Kriegs-Experten Chris Hedges. Krieg stiftet Sinn. Gemeinsamkeit. Identität. Er konstituiert ein exklusives, heroisches Wir, das sich in der Gefahr bewährt und gegenseitig stabilisiert. Gewalt entsteht, wo Individuen oder ganze Gruppen extreme Verluste von Selbstwirksamkeit erleiden. Kriegsgerassel ist eine Art Sucht unsicherer Kulturen. Siehe Russland. Dass aus den Energien verletzter Seelen “heißer Krieg” werden kann, ist die eigentliche Gefahr.“

Wenn wir also mehr, anders miteinander reden würden, hätten wir keine Kriege? Wenn wir selbstwirksamer leben würden, bräuchten wir keine Gewalt mehr? Selbstwirksamkeit bedeutet, die innere Überzeugung zu haben, schwierige oder herausfordernde Situationen gut meistern zu können – und das aus eigener Kraft heraus.

Ich merke beim Schreiben wie komplex dieses Thema ist, vor allem wenn ich an Russland denke und den immensen Schaden, den Wladimir da gerade anrichtet. Wie kann ein einzelner Mann so viel Macht über ein so riesiges Land wie Russland haben? Wie ist es möglich, dass er die Kommunikation und Information so beschränkt, dass die Menschen dort so gut wie nichts oder schön gefärbt von diesem Krieg mitbekommen?

Gerade haben wir Covid-19 halbwegs überstanden und könnten wieder beginnen, ein normaleres, menschenwürdiges Leben zu führen und dann entsteht gleich ums Eck ein völlig sinnloser Krieg.

Wie können wir damit umgehen? Ich glaube, es ist wichtiger denn je, aufeinander zu zugehen und miteinander zu reden, sich auszutauschen. Wenn ich an meine Mutter denke, die gerade Stunden vor dem Fernseher sitzt und tränenüberströmt durch die verstörenden Bilder die eigene Kriegskindheit erneut durchlebt, merke ich, wie gut es uns in den letzten Jahrzehnten gegangen ist. Und wie leid sie mir tut. An ihr erkenne ich noch mehr, welchen Schaden eine kriegerische Auseinandersetzung hat.

Ich will das dieser Krieg aufhört, sofort. Meinen Mini-Beitrag leiste ich, in dem ich bei Hilfeaufrufen unterstütze. Und noch mehr mit den Menschen in meiner Nähe rede, mich austausche, Konflikte schnell angehe und löse, damit die kleinen „Kriege“, Streitereien in Beziehungen gar nicht groß werden können. Wenn wir unser Umfeld und unsere Kinder mit guten Ressourcen für Streit und Konflikte versorgen, Vorbilder sind, wie diese friedlich und Konsens ausgerichtet gelöst werden können, dann verhindern wir vielleicht, dass weiteres Unheil in unser Leben herein schwappt.

Diesen furchtbaren, großen Krieg in der Ukraine werden wir so schnell nicht loswerden, das fürchte ich. Doch sehe ich auf der ganzen Welt einen viel größeren Zusammenhalt als erwartet, und das stimmt mich doch etwas hoffnungsfroher.

Wichtig für mich ist, dass Sie viel und oft mit Ihren Liebsten, Freunden, Verwandten und auch Fremden auf der Straße reden, ohne Aggression sondern mit echtem Interesse. Das liegt in unserer Hand. Machen wir es doch einfach.

Alles Liebe

Sophia Bolzano

Foto by Adobe.Stock Gorodenkoff

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